Pohla-Stacha
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Gasthof Gustav Katzer Stacha 

Kenntnisstand: 04.2020


Das erste "Grund-Steuer-Kataster über das im IV. Steuerkreise im Steuerbezirke Budissin liegende Dorf Stacha bei Bischofswerda", geführt ab 1841, gibt als Besitzer des Grundstücks August Benjamin Richter an. In das Handelsregister hat dieser im Jahre 1862 seine Firma A. B. Richter eintragen lassen. Im o. g. Kataster ist allerdings für 1852 schon der "Anbau eines Kramladens an das Wohnhaus" vermerkt. Jedenfalls betrieb er dann hier bis zu seinem Tode am 4. Oktober 1897 einen Bier- und Branntweinausschank sowie Kleinhandel.

Der in Thumitz wohnende (in Stacha geborene) Steinmetz Gustav Katzer reagierte schnell, erwarb das Grundstück und erhielt am 26. November 1897 "die Erlaubniß zum Bier- und Branntweinschank in seinem hierzu realberechtigten Schänkengrundstücke".

Am 25. Juni 1899 gründete sich hier der "Radfahrverein‚ Wanderlust' für Stacha und Umgegend", Gustav Katzer wurde Vereinsvorstand und seine Lokalität nannte sich "Restauration und Materialwarenhandlung - Radfahrstation".

Eine erste bauliche Veränderung zur Vergrößerung des Gaststubenbereiches, ausdrücklich "erwünscht zur Abhaltung der Kirmeß", erfolgte 1908 mit der Errichtung eines Flachbaus zur Straße hin (s. Bild unten). Gemeindevorstand Haufe sah in seiner Stellungnahme, dass das Gebäude "auch nach seinem etwaigen Baue bei der Breite der Straße ebensowenig hinderlich sein wird".

Über diesem Anbau wurde später mit Bauantrag vom 21.11.1933 eine Wohnung errichtet (s. Bild unten von 1935).

Mit fortschreitendem Alter und Krankheit von Gustav Katzer trat in den 1940er Jahren dessen Tochter Anna Schäfer schrittweise in sein Geschäft ein. Nach dem Krieg wurde die erforderliche Neuerlaubnis für den Gaststättenbetrieb zunächst nochmals auf Gustav Katzer ausgestellt, nach seinem Tode 1951 erhielt aber Anna Schäfer mit Urkunde vom 15.04.1952 für ihre "Schankwirtschaft" die Erlaubnis zum Ausschank von sämtlichen alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken "uneingeschränkt".

Anna Schäfer betrieb damals auch die Stachaer Poststelle. Das Postauto diente auch dem öffentlichen Personentransport (Platzangebot natürlich sehr beschränkt), eine Omnibuslinie wurde erst etwa 1956 eingerichtet.

Nach dem Niedergang des Schankbetriebes nutzte zuletzt der KONSUM zwischen 1960 und 1979 das Haus als Lebensmittel-, Textil- und Haushaltwarengeschäft. Nach dem Neubau einer kleinen Kaufhalle an der Stachaer Kreuzung stand das Haus leer und wurde 1985 abgerissen. Das dafür errichtete Wohnhaus wurde wieder von der Straße weggerückt.


Die Postkarte von 1910 zeigt neben der Stachaer Windmühle die "Restauration u. Materialwarenhandlung Radfahrstation von Gustav Katzer" mit dem neuen Anbau von 1908 (Postkarte: Eigentum von Thomas Klinkicht):




Aus dem Ausschnitt einer am 31.03.1927 gestempelten Karte kann man ablesen, dass auch damals schon der Ausschank im Freien beliebt war:




Auf dem Ausschnitt einer Ansichtskarte von etwa 1935 ist  der um eine Wohnung aufgestockte Gebäudeteil an der Straße sehr gut zu erkennen (Postkarte: Eigentum von Thomas Klinkicht):




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