Pohla-Stacha
  gasthofstacha
 

Gasthof Stacha 

Kenntnisstand: 03.2020


Die Stachaer "Schenke" gehörte wie auch die Schmiede über lange Zeiten zum Besitztum derer von Ponickau auf Pohla. Im Zuge der Ermittlungen um die tödliche Verletzung des Stachaer Richters Hannß Kmoch wird dieser Ort mit einer langen Zechnacht vom 8. auf den 9. April 1731 als Ausgangspunkt der Ereignisse genannt. Die Wirtsleute sind damals Christoph und Ursula Hauffe.

Das erste "Grund-Steuer-Kataster über das im IV. Steuerkreise im Steuerbezirke Budissin liegende Dorf Stacha bei Bischofswerda", geführt ab 1841, gibt als Besitzer des Grundstücks Andreas Bartusch an. Es war zu dieser Zeit also nicht mehr in herrschaftlichem Besitz.

Weitere Eigentümer sind
1852 Georg Friedrich Tschentschel,
1865 Emilie Auguste verehel. Schramm,
1871 Gottlieb Giese,
1878 Johann Georg Zimmermann und
1901 Arno Max Zimmermann.

Diese Grundstücksbesitzer sind nicht in jedem Falle identisch mit dem Gastwirt, der möglicherweise "nur" Pächter ist. So wissen wir aus der Geschichte des so genannten Kirchweihstreits, dass sich 1858 Johann Traugott Schramm für unrechtmäßig abgehaltenen Kirmes-Ball verantworten musste.

Auf der ältesten uns bekannten Fotografie lesen wir "Gasthof von G. Johann Zimmermann", das Bild (s.u.) fällt also sicherlich in die Zeit von o.g. Johann Georg Zimmermann. Danach können wir als Eigentümer des Grundstücks noch nennen:

1907 Ernst Alwin Thomschke,
1920 Hermann Max Tischer,
1921 Johann Gottlieb Schieback und
1923 Johannes Rudolf Mende,

ehe am 19.02.1931 Hermann Kurt Katzer das Objekt für die Familie erwarb, die es heute noch besitzt. Neben der Gastwirtschaft gab es im Haus auch eine Fleischerei, die zuletzt (bis 1979) vom KONSUM als Verkaufsstelle betrieben wurde.

Nach dem frühen Tod von Kurt Katzer 1953 machte sich seine Frau Gertrud Katzer über Jahrzehnte bis in ihr hohes Alter einen Namen als umtriebige und freundliche Wirtin.

Im Mittelpunkt des Ortes wurde der Gasthof vielfältig genutzt. Es gab ein öffentliches Telefon, die Fleischerei, dazu auf dem Saal viele Tanz-, Kirmes-, Kino-, Laientheater- und Puppenspielveranstaltungen. Auch das Vereinszimmer wurde z. B. für Vorstandssitzungen gern genutzt.

Von 1993 bis 1997 musste Frau Katzer krankheitsbedingt schließen, ehe mit der Rückkehr ihres Sohnes Manfred ("Männi") noch einmal Leben in das alte Gemäuer einzog. Als auch dieser einer Erkrankung Tribut zollen musste, ging dem Dorf ein Haus verloren, in dem sich über Jahrhunderte Teile des öffentlichen Lebens abgespielt hatten. Frau Katzer verstarb als älteste Einwohnerin im Jahre 2003.


Auszug aus dem Protokoll zum Verhör des "Schenkwirths Christoph Hauffe" vom 11. April 1731 (Quelle: Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden)




Anzeige im Sächsischen Erzähler vom 08.02.1851:




Gasthof Zimmermann um 1890 (Postkarte: Privatbesitz Thomas Klinkicht):




Gasthof Thomschke, Postkarte von 1914, rechts parkt der Leichenwagen (Postkarte: Privatbesitz Familie Voigt):




Gasthof Schicketanz um 1927 (Postkarte: Privatbesitz Thomas Klinkicht):






Würdigung der langjährigen Wirtin Gertrud Katzer in der Sächsischen Zeitung vom 30.09.1998:




Die Liste aller Informationstafeln in Pohla-Stacha finden Sie hier.
 
  Heute waren schon 59 Besucher hier!

Copyright © 2020 Carolin Wuchatsch

optimiert für Mozilla Firefox