Pohla-Stacha
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Gasthof Pohla 

Kenntnisstand: 03.2020


Ein erstes Gebäude soll um 1770 auf diesem Grundstück errichtet worden sein. Bis 1838 war danach diese "Gartennahrung" im Besitz der "Häusler"-Familie Kalich.

Erste Hinweise auf eine Gastwirtschaft finden sich im "Repertorium des Pohlaschen Patrimonialgerichts", geführt ab 1803. Danach gibt es im Jahre 1844 eine "Beschwerde des Erbgerichtsbesitzers Carl Gotthelf Rietschels in Pohla wegen der von der Gerichtsherrschaft daselbst dem Häusler Johann Harnapp ebendaselbst zu Betreibung des Bier und Brandtweinschanks ertheilten Concession".

Dieser Johann Harnapp ist 1841 im Kataster von Pohla als Besitzer des Grundstücks eingetragen und damit sicher der erste Gastwirt an dieser Stelle. Er war ursprünglich Schneider und hatte das Grundstück im Jahre 1838 aus dem Besitz der herrschaftlichen Familie von Ponickau ersteigert.

Am 23. Dezember 1892 wechselt das Anwesen innerhalb der Familie an Johann Bruno Max Harnapp. Auf einer Postkarte vom 1. Januar 1902 ist dessen Restauration abgebildet. Deutlich zu erkennen ist dort der als "Saal" bezeichnete Anbau, der die Platzkapazität erheblich vergrößerte.

Max Harnapp investierte danach weiter und baute 1903/04 das Seitengebäude mit Toilettenanlage. Er wurde da schon  "Bäckermeister und Restaurateur" genannt, ein Materialwarenhandel kam auch noch dazu.

Mit Friedrich Forker am 11. Mai 1910 trat die Familie Forker in die Reihe der Besitzer,  die den Gewerbebetrieb bis zur endgültigen Geschäftsaufgabe etwa 1990 führen sollte. Eine Vorstandssitzung des Turnvereins im Februar 1914 fand beim "Restaurateur Forker" statt. Friedrich Forker nahm 1931 bedeutende Umbauten vor: An die Stelle des "Saales" kam ein "Bäckerladen mit Schaufenster" zur Straßenseite hin. In diesem Gebäudeteil befand sich bis 1979 das Ladengeschäft, zuletzt für den KONSUM.

Im Kaufvertrag zum nächsten Besitzerwechsel heißt es: "Der Bäckermeister Friedrich Forker verkauft am 1. Oktober 1932 an seinen Sohn Kurt Forker seine Bäckerei, Gastwirtschaft und Kolonialwarenhandel…". Dieser Kauf betrifft nur das Gewerbe, das Grundstück geht erst am 30.03.1943 an Kurt Forker über. Kurt Forker erhielt auch nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft 1946 erneut die Konzessionen für Bäckerei, Gastwirtschaft und Einzelhandel. Seine Frau Helene führte nach seiner Pensionierung ab 1957 Gaststätte und Ladengeschäft bis 1960 weiter.

Danach lief der Laden bis zur Schließung 1979 als KONSUM (in Stacha war die neue Kaufhalle entstanden), dann erweiterte Forkers Tochter Katharina mit Ehemann Max Bauer den Gaststubenbereich um die bisherige Ladenfläche, und sie führten bis 1989/90 ein sehr beliebtes Speiselokal.

In letzter Zeit erfolgte  der vollständige Umbau zu einem reinen Wohnhaus und wird als solches wieder genutzt.


Postkarte von 1902 mit dem neuen Anbau eines "Saales" an der "Restauration von Max Harnapp":




Auf einer Karte von 1925 ist hinten das 1903 erbaute Seitengebäude zu erkennen:




Auf dem Ausschnitt einer Ansichtskarte von etwa 1970 sieht man links noch das 1931 eingebaute Schaufenster, das erst im Jahre 2014 entfernt wurde:



Mehrfach wurde auch in der Zeitung die Küche des Hauses gelobt:



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