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Kenntnisstand: 09.2026
Die Geschichte des „Erbrichtergutes“ Pohla ist sehr lang und beginnt wohl schon kurze Zeit nachdem der Herr auf Pohla, Elia von Ponickau, im Jahre 1583 mit der Gerichtsbarkeit über „Polaw und Schonborn etc.“ betraut worden war.
Schon 1585 wird Siemon Winkler erst als „Gerichtshalter“ und 1587 als „Richter“ erwähnt. Beim Verkauf des Grundstückes im Jahre 1604 an seinen Sohn Donadt Winkler ist erstmals vom „frey gerichte“ bzw. „Richtergut“ die Rede.
Für kurze Zeit war Nicol von Ponickau der Besitzer des Gutes. Er verkaufte es 1620 „von jeglichen Abgaben frei“ an Peter Mütterlein, dieser wiederum 1670 für 1.600 Gulden an seinen Sohn Jacob Mütterlein. Erst 1750 kaufte Jacob König das Gerichtsgut von Georg, dem letzten Vertreter der Familie Mütterlein. Jacob König war der erste in der Besitzerreihe, der als „Kretschambesitzer“ bezeichnet wurde.
Zum Erbrichtergut (auch Erbrichterhof genannt) gehörten auch Flurstücke auf der anderen Straßenseite mit Brauhaus, Brennerei und „Schänkwirthschaft“ einschließlich der entsprechenden Rechte. Diese besaß auch das Pohlaer Rittergut. So kam es fast folgerichtig zu Konkurrenzsituationen, die mehrmals gerichtlich durch höhere Instanzen geklärt werden mussten. Der Schankbetrieb war wohl immer an einen Pächter vergeben.
1855: Ende der Patrimonialgerichtsbarkeit für Pohla, Erbrichtergutsbesitzer war zu diesem Zeitpunkt Carl Gotthelf Rietschel.
1864: Erwerb des Erbrichtergutes durch den Sohn Carl Ernst Clemens Rietschel. Über diesem wurde im September 1869 vom Königlichen Gerichtsamt wegen „Verschwendung“ die „Bevormundung“ verfügt. Das Gut wird versteigert.
Versteigerungsanzeige im Sächsischer Erzähler, 08.09.1869:

1869: Johann Georg von Ponickau ersteigert das Gut samt Brauhaus und Schänke. Das Brauhaus lässt von Ponickau sofort abreißen, die Schankwirtschaft bleibt weiterhin verpachtet und auch in Betrieb.
1870: Am Beginn des Jahres kauft Ernst Otto Heinrich Rodig die Flurstücke nördlich der Straße (Schänke, Garten, Teich) und ist fortan Wirt des „Erbgerichtszu Pohla“. Damit besteht jetzt der alte Erbrichterhof als Teil des Rittergutsbesitzes nur noch aus den beiden Flurstücken 9a (Gebäude und Hofraum) und 9b (Garten). Der Besitz wechselte noch zweimal innerhalb der Familie von Ponickau:
1905: Johann Abraham Wolff von Ponickau
1939: Witho von Ponickau
1945: Mit der Enteignung allen Besitzes der Familie von Ponickau gehen die Flurstücke an den Staat und letztlich an die Gemeinde Pohla.
1946: Nach einem Bericht in der „Lausitzer „Rundschau“ vom 23.10. gehört das Gebäude seit der Bodenreform der „Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe“. Es wohnen darin fünf kinderreiche Umsiedlerfamilien.
1953: Das Gebäude wird als „Gemeindehaus“ bezeichnet, gehört demnach jetzt der Gemeinde Pohla.
1991: Das Wohnhaus erfährt in den Jahrzehnten bis zur politischen Wende keine nennenswerte Sanierung. Zwangsläufig verfallen immer mehr Wohnungen, letztlich steht das Haus ohne Hoffnung auf Wiederbelebung leer. Einige Räume werden vorübergehend von den Fußballern der BSG Traktor und ihren Gastmannschaften trotz des miserablen Zustandes als Umkleidekabinen genutzt. Letztlich erfolgt 1991 der Abriss.
1996: Baubeginn für das jetzige Vereinshaus, Bauherr ist die Gemeinde Demitz-Thumitz
1997: Am 22. März wird feierlich die Einweihung des neuen Vereinshauses begangen. Die Nutzungsverantwortung liegt beim SV Pohla-Stacha.
2020: Der Sportverein gibt die Nutzung ab, der Dorfclub übernimmt diese Aufgabe lückenlos und steht seitdem in der Pflicht für dieses Objekt.
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Im Folgenden zeigen wir einige ausgewählte Dokumente aus der Geschichte des Grundstückes:
Im Besitzstandsbuch für Pohla von 1884 sind die Flustücke 9a (Gebäude und Hofraum) wie auch 9b (Garten) als Besitz der Familie von Ponickau ausgewiesen. Letzter Eintrag am 13.10.1939 für Witho von Ponickau:

Das älteste uns vorliegende Foto (im Besitz von Karl Lesche) datieren wir auf etwa 1920:

Dieses Bild könnte Ende der 1950er Jahre entstanden sein. Kinder spielen mit Ihren Hamstern auf dem Sportplatz. Am Wohnhaus sind noch die Gärten der Mietparteien zu erkennen:

Auf dem Bild vom Juni 1991 (unmittelbar vor dem Abriss) ist der Verfall offensichtlich:

Im Oktober 1996 war der Bau des neuen Vereinshauses schon weit fortgeschritten:

Am 22. März 1997 übergab vor zahlreichen Gästen Bürgermeister Horst Wittholz den Schlüssel an Ortsvorsteher Roland Synde:

Die Liste aller Informationstafeln in Pohla-Stacha finden Sie hier.
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